Berufsunfähigkeits­versicherung

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Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Welt der Arbeit verändert sich heute schneller denn je. Neue Arbeitsformen sind auf dem Vormarsch. Viele werden im Laufe Ihres Arbeitslebens mehrere Berufe ausüben. Was trotz des starken Wandels gleich bleibt, ist das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit und Fürsorge. In einer sich dynamisch verändernden Arbeitswelt wird es umso wichtiger, sich frühzeitig gegen den Verlust der Arbeitskraft abzusichern. Die Berufsunfähigkeitsversicherung und einige andere Formen der Absicherung werden hier eine große Rolle spielen. Auf der Themenseite zur BU-Versicherung können Verbraucher sich schlau machen, auf was es bei der Absicherung der Arbeitskraft ankommt. Dazu stellt WhoFinance die Antworten von erfahrenen Finanzexperten zu wichtigen Fragen auf die Themenseite Berufsunfähigkeit und lässt Sie hinter die Kulissen der Beraterpraxis blicken.

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Heute im Fokus: Top 200 BU-Bestenliste und Experteninterviews zu Themen rund um die Absicherung der Arbeitskraft

Von DR. HERBERT WALTER - 30. September 2020

Mit der Ratgeberseite „Berufsunfähigkeitsversicherung" will WhoFinance seinen Nutzern helfen, sich zu diesem wichtigen Finanzthema ein möglichst rundes Bild machen zu können.

Wir starten die neue Themenseite mit einer Bestenliste zu den Top 200 Finanzberater*innen für BU-Versicherung. Das Ranking zeigt Ihnen, wer seit Anfang 2015 zu diesem anspruchsvollen Thema regelmäßig seine Kunden beraten hat und anschließend von ihnen bewertet wurde.

Auf die Liste haben wir nur Berater*innen genommen, die in den letzten fünfeinhalb Jahren mindestens fünf sogenannte „direkte" Feedbacks zur Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten haben, davon zwei oder mehr seit Anfang 2018.

Top 200 BU-Bestenliste auf Basis von 10.000 Detailfeedbacks

Das neue BU-Ranking für Finanzberater*innen zielt darauf, über die Sternebewertungen hinaus den Blick noch stärker auf die qualitative Seite zu richten: Mit der Auswertung von Feedbacks in Gestalt von „O-Tönen" wollen wir Nutzern noch mehr inhaltliche Tiefe auf ihrem Weg zu „besseren Finanzen" geben.

Im Einzelnen hat WhoFinance dazu kürzlich rund 50.00 Detailbewertungen zum BU-Schutz analysiert. In der hier vorliegenden Top 200 BU-Beraterliste wurden jene mehr als 10.000 Detailfeedbacks berücksichtigt, die im Rahmen der vorgenommenen qualitativen Inhaltsanalyse recht direkt der BU-Versicherung zugeordnet werden konnten.

Regional ist die Top 200 BU-Bestenliste recht ausgewogen. Im Bundesländer-Vergleich auf Platz eins steht Nordrhein-Westfalen mit gut 50 Berater*innen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg.

Jetzt zur Bestenliste der Top 200 BU-Berater


Warum die Deutschen eine Beratung zur BU-Versicherung suchen

Als Bewertungsportal ist es WhoFinance wichtig, seinen Nutzern möglichst viele hilfreiche Informationen und Tipps zu geben. So erhält man beim Lesen von Berichten aus Erfahrungen, die andere Kunden mit ihrem Berater gemacht haben, ein recht gutes Gefühl, was für einen selbst wichtig ist. Tatsächlich wird WhoFinance häufig genutzt, um sich auf das nächste Gespräch mit einer Finanzberaterin oder einem Finanzberater einzustimmen.

Damit Leser einen Eindruck bekommen, welche Punkte Kunden beim Thema BU-Versicherung wichtig sind, haben wir eine Stichprobe von 364 Erfahrungsberichten für die Berater*innen der Top 200 BU-Bestenliste näher analysiert.


Das Ergebnis finden Sie in der Graphik. Ein Blick darauf zeigt Ihnen, wie häufig einzelne Anlässe für eine BU-Beratung in den Stellungnahmen genannt wurden:

Beratungsanlässe im Zusammenhang mit der Absicherung Arbeitskraft

  • Jeder Vierte möchte am liebsten die BU-Versicherung mit dem Sparen fürs Alter verbinden
  • An einer BU-Absicherung für Schüler, Studenten und Berufsstarter sind 20 Prozent interessiert
  • Annähernd jeder Fünfte schätzt eine ganzheitliche Bedarfsanalyse (meist DIN 77230), bevor er ans Schließen der BU-Lücke geht

WhoFinance nimmt diese Ergebnisse ernst und wird deshalb auf der Ratgeberseite für die Berufsunfähigkeitsversicherung in den nächsten Wochen diverse Interviews mit erfahrenen Beratern zum BU-Thema führen. Mit zwei Finanzberater*innen fangen wir heute an:

Im Gespräch mit Tobias Bierl haben wir uns die Schüler-BU vorgenommen. Bierl sieht noch großes Potential für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Den Schlüssel, um mehr Menschen zu einer Absicherung der Arbeitskraft zu bewegen, sieht er in den Eltern von Kindern. Im Interview zeigt Bierl, wie dieses Potential gehoben werden kann.

Jetzt das Interview mit Tobias Bierl lesen

Im Interview mit Torsten Dahle haben wir uns der Frage gewidmet, wie Berufsstarter ihre Arbeitskraft schützen und gleichzeitig mit dem Sparen fürs Alter beginnen können. Am Beispiel eines Diplom-Ingenieurs erklärt Dahle, wie er die Ergebnisse der Finanzanalyse nach DIN 77230 genutzt hat, um seinem Kunden in der Beratung eine Kombination aus Rürup-Rente und BU-Zusatzversicherung zu empfehlen.

Jetzt das Interview mit Thorsten Dahle lesen

Dr. Herbert Walter


Berufsunfähigkeitsversicherung: „Eltern können ihren Kindern kein besseres Geschenk machen als eine Schüler-BU“

Interview mit Tobias Bierl, Unabhängiger Finanzberater und Versicherungsmakler

Von DR. HERBERT WALTER – 01. Oktober 2020

Tobias Bierl beantwortet 21 Fragen zum Thema: Wie kann die jetzige Elterngeneration überzeugt werden, dass die ganz frühe Absicherung der Arbeitskraft durch Abschluss einer Schüler-BU zum neuen Normal wird?

Für Tobias Bierl ist es ein zentrales Anliegen, viel mehr Menschen davon zu überzeugen, ihre Arbeitskraft besser abzusichern. Im Interview erläutert er, warum private Berufsunfähigkeitsversicherungen bereits im Schüleralter abgeschlossen werden sollten. Eine flächendeckende Absicherung gegen den Verlust der Arbeitskraft sei eine gesellschaftliche Aufgabe mit hoher Priorität, so Bierl. Sie werde nur gelingen, wenn die jetzige Elterngeneration sich des Themas „Schüler-BU“ in der Breite annimmt.

Finanzberater Tobias Bierl

Zur Person: Tobias Bierl ist Mitgesellschafter in der familiengeführten Finanzberatung Bierl GbR. Zusammen mit seinem Bruder Stefan ist er sich seiner Wurzeln in der Region Ostbayern bewusst, berät aber auch bundesweit. Zu seinen Schwerpunkten zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung, darüber hinaus bietet die Finanzberatung Bierl aber u.a. auch Altersvorsorge und Unfallversicherung. Die unabhängige Beratungsgesellschaft agiert nach eigener Angabe „wie ein Ärztehaus“. Für jeden Bereich gibt es einen Spezialisten. Insgesamt umfasst das Team mittlerweile mehrere festangestellte Berater.

„Für viele körperlich Tätige sind die BU-Tarife nicht bezahlbar“

Dr. Walter:

Herr Bierl, warum hat nur ein Viertel der in Frage kommenden Deutschen eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Tobias Bierl:

Viele sagen sich einfach: „BU? – brauche ich nicht.“ Das muss man nicht verstehen, es ist halt so.

Dr. Walter:

Überschreiten die Kosten für eine BU-Versicherung nicht häufig das verfügbare Haushaltsbudget?

Tobias Bierl:

Ja, für viele Interessenten sind die Tarife aufgrund der körperlichen Tätigkeit schlichtweg nicht mehr bezahlbar. Es fällt einem Dachdecker oder Maurer sicherlich schwer, bis zu 15 % des Nettogehaltes für eine bedarfsgerechte (!) BU-Versicherung auszugeben.

Dr. Walter:

Welchen Einfluss haben Vorerkrankungen darauf, dass sich nicht mehr Privathaushalte gegen den Verlust der Arbeitskraft schützen?

Tobias Bierl:

Manche beschäftigen sich mit dem Thema Berufsunfähigkeit leider erst, wenn schon Erkrankungen aufgetreten sind und die Krankenakte sich zu füllen beginnt. Dann ist es aber oftmals schon zu spät, um einen günstigen Tarif zu ergattern oder überhaupt versichert zu werden.

„Der Schlüssel für eine flächendeckende BU-Absicherung der künftigen Generationen liegt bei ihren Eltern“

Dr. Walter:

Wie hoch schätzen Sie den Anteil der Deutschen, die sich im Idealfall vor einer Berufsunfähigkeit schützen sollten?

Tobias Bierl:

Das natürliche Potential zur Abdeckung dürfte wahrscheinlich bei 60 bis 70 Prozent liegen. Das heißt: Mehr als doppelt so viele Haushalte als jetzt könnten ihre finanzielle Sicherheit verbessern, wenn sie frühzeitig ihre Arbeitskraft absichern würde.

Dr. Walter:

Wie ließe sich eine Mehrheit der nächsten Generationen durch Abschluss einer BU-Versicherung absichern?

Tobias Bierl:

Den meisten Eltern ist immer noch nicht bewusst, dass sie die Arbeitskraft ihrer Kinder schon in ganz jungen Jahren absichern können – und das zu fast durchwegs bezahlbaren Tarifen. Der Schlüssel für eine flächendeckende Absicherung der künftigen Generationen gegen Berufsunfähigkeit liegt nun mal bei ihren Eltern. Da müsste auch angesetzt werden, um die dafür notwendige neue Sicht unserer Gesellschaft auf das Thema „Arbeitskraftabsicherung“ zu erreichen.

„Die Schüler-BU gibt es schon ab einem Alter von zehn Jahren“

Dr. Walter:

Sind die Eltern unter ihren Kunden bereit, den Nachwuchs schon im Kindesalter gegen Berufsunfähigkeit abzusichern?

Tobias Bierl:

Wo immer wir können, hinterlegen wir diesen Punkt bei unseren Kunden mit Kindern. Der eine oder andere kommt durchaus ins Grübeln und lässt schließlich auch Taten folgen. Speziell Eltern mit akademischem Hintergrund sind zunehmend bereit, für ihre Kinder eine Schüler-BU abzuschließen. Dies umso mehr, wenn diese später in ihre Fußstapfen treten sollen.

Dr. Walter:

Was raten Sie Eltern mit einer Tochter im Alter zwischen 10 und 18 Jahren, die frühzeitig für den Fall vorsorgen wollen, dass beim Kind später krankheitsbedingt eine Schwerbehinderung auftreten sollte?

Tobias Bierl:

Hier bietet der Markt seit wenigen Jahren glücklicherweise sehr gute Lösungen in Form einer reinen Schüler-Berufsunfähigkeitsversicherung an. Wir empfehlen jedem Schüler bzw. allen Eltern, viel früher an später zu denken. Eine Schüler-BU ist schon ab dem 10. Lebensjahr möglich.

Dr. Walter:

Die neue Finanznorm DIN 77230 zählt den Schutz vor einem Arbeitskraftverlust zu den drei wichtigsten Themen, um den finanziellen Grundbedarf von Privathaushalten zu sichern und den Lebensstandard zu erhalten. Was raten Sie Ihren Kunden?

Tobias Bierl:

Sich rechtzeitig gegen eine spätere Berufsunfähigkeit abzusichern, ist in der Tat eine der wichtigsten Entscheidungen im finanziellen Leben eines Menschen. Bei der praktischen Umsetzung setzen wir in unserer Beratung weniger auf eine Kopplung mit dem eher unflexiblen Instrument einer Rentenversicherung, sondern auf eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung. Als selbständig wird diese Form der BU-Versicherung bezeichnet, weil sie nicht mit einem anderen Vertrag verknüpft ist.

„Im Schüleralter kann die Gesundheitsfrage noch sauber angegangen werden“

Dr. Walter:

Was sind die Pluspunkte einer Schüler-Berufsunfähigkeitsversicherung?

Tobias Bierl:

Ich sehe hier drei Vorteile. Erstens: Je jünger das Eintrittsalter ist, umso günstiger sind die Beiträge – wenn auch stark abhängig von der Schulform. Zum Zweiten ist die Krankenakte im Schüleralter meist überschaubar und die Gesundheitsfrage kann noch sauber angegangen werden. Und drittens: Sollte das Kind irgendwann in der Zukunft einen körperlichen Beruf ergreifen, so hat das in der Regel keinen Einfluss auf den Beitrag für die Schüler-Berufsunfähigkeitsversicherung. Sprich: Die Absicherung wird nicht teurer.

Dr. Walter:

Was halten Sie davon, Eltern zu raten, einen Teil des Kindergeldes in einer Schüler-BU anlegen?

Tobias Bierl:

Auch wenn es die Kinder meist erst nach Ablauf von zehn und mehr Jahren würdigen: Eltern können ihren Kindern kein besseres Geschenk machen, als für sie eine Schüler-Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Und wenn sie dafür (zumindest teilweise) das Kindergeld verwenden, spricht aus unserer Sicht absolut nichts dagegen.

„Die Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheits- und Risikoprüfung geht bis 2500 Euro und ggf. mehr“

Dr. Walter:

Wie lassen sich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler die einschlägigen Risikothemen sauber mit dem Versicherer regeln?

Tobias Bierl:

Wichtig ist, dass es eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheits- und Risikoprüfung gibt - bei der z.B. nicht nach neuen Hobbys gefragt wird. Diese Garantie geht bis zu 2.500 Euro und ggf. mehr. Einige Schüler-BUs sind auch mit einer Besserstellungsgarantie ausgestattet. Die wird wirksam bei Wechsel der Schulform und bei Beginn einer Ausbildung bzw. eines Studiums. Auch hier findet keine erneute Gesundheits- und Risikoprüfung statt.

Dr. Walter:

Auf was sollten Eltern bei der technischen Ausgestaltung von Berufsunfähigkeitsversicherungen für Schulkinder achten?

Tobias Bierl:

Die Beitragsdynamik sollte im Idealfall fünf Prozent betragen. Hilfreich ist es auch, wenn bei einer Schüler-BU eine Leistungsdynamik von bis zu drei Prozent vereinbart werden kann. Je nach Wunsch des Kunden kann auch eine Arbeitsunfähigkeitsklausel („Gelbe-Schein-Regelung“) zweckmäßig sein.

„Den guten Gesundheitszustand im Kindesalter sollte man für eine frühe BU-Absicherung nutzen“

Dr. Walter:

Ist es für Eltern mit einem knappen Haushaltsbudget möglich, für ihr Kind zunächst eine Schüler-BU mit einem niedrigen Versicherungsbeitrag abzuschließen?

Tobias Bierl:

Ja, keine Frage - auch wenn wir das so nicht routinemäßig empfehlen. Ein eher knappes Haushaltsbudget sollte kein Hindernis sein, den guten Gesundheitszustand im Kindesalter für eine frühe BU-Absicherung zu nutzen. Sobald die finanziellen Möglichkeiten später mehr hergeben und es eventuelle Ereignisse erfordern, kann die Absicherung sehr rasch erhöht werden. In diesem Fall wird dann das aktuelle Eintrittsalter zugrunde gelegt.

Dr. Walter:

Bewerten Anbieter von BU-Versicherungen bei ihrer Risikoprüfung gesundheitliche Beschwerden bei einem Schüler anders als bei einem bereits Berufstätigen?

Tobias Bierl:

In der Tat ist bei einem Schüler die Annahmequote des Versicherers strenger. Ein Heuschnupfen macht im Falle eines Bürojobs natürlich relativ wenig aus. Beim Beruf des Landschaftsgärtners kann er sehr hinderlich sein.

Dr. Walter:

Wie stellt sich das für die Versicherung bei einem Schüler dar?

Tobias Bierl:

Wenn es um einen Schüler geht, weiß die Versicherung noch nicht, in welche Richtung sich die berufliche Laufbahn entwickeln wird. Der künftige Beruf steht da noch nicht fest und deshalb fassen Versicherer manche Krankheitsbilder bei Kunden nur mit Vorsicht an oder belegen sie ggf. mit einer Ausschlussklausel oder einem Risikozuschlag.

„Für Kinder unter zehn Jahren gibt es noch keine BU-Versicherung, die "1A" ist“

Dr. Walter:

Was ist die beste Lösung für die künftige Berufsunfähigkeit meines Kindes, wenn es derzeit weniger als 10 Jahre alt ist?

Tobias Bierl:

Wollen Eltern das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung schon heute (für später) angehen und ihre Kinder sind weniger als 10 Jahre alt, gibt es einige Anbieter, die dazu etwas im Angebot haben. Eine 1A Lösung ist derzeit aus unserer Sicht aber nicht dabei.

Dr. Walter:

Bieten Versicherer ihren Kunden die Möglichkeit, sich heute schon eine Option auf den späteren Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu sichern?

Tobias Bierl:

Eine Handvoll von Versicherern bietet Grundfähigkeitsversicherungen an mit der Option, zu einem späteren Zeitpunkt eine BU-Versicherung abzuschließen. Wir halten dieses Angebot für durchaus charmant. Bei ein paar Versicherungs-gesellschaften können Kunden Rentenversicherungen abschließen mit der Option auf eine spätere Berufsunfähigkeitsversicherung als (zusätzlichem) Baustein. Einige Anbieter haben eine sogenannte „Schulunfähigkeitsversicherung“ im Angebot. Sie ist ebenfalls mit einer Wechseloption ausgestattet.

„Mit Kombi-Angeboten lassen sich später bis zu 1500 Euro absichern“

Dr. Walter:

Wie beurteilen Sie Kombinationsangebote mit der Option, später eine BU-Versicherung abschließen zu können?

Tobias Bierl:

Ich schätze an den Kombinationsangeboten, dass zu einem späteren Zeitpunkt in der Regel 1.000 Euro (seit kurzem sogar bis zu 1.500 Euro) abgesichert werden können. Durch Nachversicherungsgarantien und die Beitragsdynamik ist es möglich, die Absicherung noch weiter nach oben zu ziehen.

Dr. Walter:

Welche möglichen Nachteile sehen Sie als Versicherungsmakler für Kunden, die ein Kombinationsangebot mit BU-Option abschließen?

Tobias Bierl:

Wer ein Kombi-Angebot abschließt, sollte folgendes wissen: Zieht der Kunde später die BU-Option, wird der Versicherer auch nach dem Grad der Behinderung oder einem eventuellen Pflegegrad fragen. Das kann dann ggf. auch die reine Absicherung zunichte machen.

„Mit einer passenden Schüler-BU bleiben die Beiträge auch bei Wahl eines körperlichen Berufs bezahlbar“

Dr. Walter:

Welchen Beruf legt der Versicherer zugrunde, wenn der Kunde sich für ein Kombinationsangebot mit der Option auf einen BU-Abschluss entschieden hat?

Tobias Bierl:

Die Antwort ist: Für den Versicherer ist der Beruf maßgeblich, den sein Kunde zu dem Zeitpunkt ausübt, in dem er die Option zieht. Dadurch wird die BU-Absicherung bei Menschen, die sich z.B. für den Beruf des Zimmerers entschieden haben, meist unbezahlbar.

Dr. Walter:

Würde sich die Situation mit einer guten Schüler-Berufsunfähigkeitsversicherung anders darstellen?

Tobias Bierl:

Auf alle Fälle. Mit einer passenden Schüler-BU hätten die Weichen frühzeitig so gestellt werden können, dass die Versicherungsbeiträge auch dann bezahlbar bleiben, wenn der Kunde sich später für einen körperlichen Beruf entscheiden sollte.


Berufsunfähigkeitsversicherung: „So schützen Berufsstarter ihre Arbeitskraft und beginnen zugleich mit dem Sparen fürs Alter“

Interview mit Torsten Dahle, Senior Consultant der FiNUM.Finanzhaus AG

Von DR. HERBERT WALTER – 01. Oktober 2020

Torsten Dahle beantwortet 20 Fragen von Berufsstartern rund um das Thema: Wie kann ich zur Absicherung der existentiellen Risiken Arbeitskraftverlust und Altersarmut schon früh die ersten Schritte tun?

Die neue Finanznorm (DIN 77230) zählt die Absicherung der Arbeitskraft und die Altersvorsorge zu den besonders wichtigen Finanzthemen für Private Haushalte. Der Staat setzt hohe steuerliche Anreize, um den Abschluss eines Altersvorsorge-Hauptvertrags mit einer daran gekoppelten BU-Zusatzversicherung (BUZ) zu fördern.

In der Praxis wird heftig darüber diskutiert, für welche Kunden und in welcher Lebenssituation die Kombination einer Rürup-Rente (auch Basisrente genannt) und einer sogenannten BUZ empfehlenswert ist.

Einig sind sich die Experten zumindest in einem Punkt: Dass es sehr darauf ankommt, den jeweiligen Einzelfall ganz sorgsam zu betrachten. Deshalb wird Verbrauchern empfohlen, für die Absicherung des finanziellen Grundbedarfs einen guten Berater an ihrer Seite haben.

Finanzberater Torsten Dahle

Zur Person: Torsten Dahle ist Partner der FiNUM.Finanzhaus AG. Er ist ein erfahrener Finanzberater und Versicherungsmakler mit dem beruflichen Hintergrund eines Diplom-Ingenieurs. Bevor er sich im Jahr 2016 FiNUM.Finanzhaus anschloss, war er 13 Jahre lang für die Finanzberatungsfirmen MLP und FORMAXX tätig.

„Ich berate Ingenieure, was mit dem Jobstart in wirtschaftlicher Hinsicht auf sie zukommt“

Dr. Walter:

Herr Dahle, Sie haben uns heute einen Praxisfall mitgebracht, auf den die Kombination aus Rürup-Rente und BU-Zusatzversicherung aus Ihrer Sicht besonders gut passt. Wollen Sie uns den Kunden und seine Lebenssituation erst einmal vorstellen?

Torsten Dahle:

Ja, gerne. Mein Kunde Vincent L. (Name anonymisiert) ist knapp 25 Jahre, ledig und hat seit ein paar Monaten den Master of Science im Fachbereich Maschinenbau in der Tasche. Jetzt ist er an einem Universitäts-Lehrstuhl als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt. Er gibt für Studenten Übungskurse und bereitet seine Promotion vor.

Dr. Walter:

Wie ist der Berufsstarter auf Sie als Finanzberater und Versicherungsmakler aufmerksam geworden?

Torsten Dahle:

Kennengelernt haben wir uns im Rahmen eines Bewerberseminars, das ich regelmäßig für angehende Ingenieure halte. Ich habe den Ingenieurberuf selbst einmal erlernt. Daher bereitet es mir viel Freude, Masterstudenten aus dieser und anderen Fachrichtungen fit für die Jobsuche zu machen.

Dr. Walter:

Sind Ingenieure nicht auch besonders interessante Kunden mit einem entsprechenden Bedarf an Finanzberatung?

Torsten Dahle:

Ja, Ingenieure gehören zu meinen Wunschkunden. Deshalb biete ich den Teilnehmern im Rahmen des Bewerberseminares an, sie im zweiten Schritt damit vertraut zu machen, was mit dem Einstieg ins Berufsleben in wirtschaftlicher Hinsicht auf sie zukommt. Ich erinnere mich noch gut an Vincent. Er zeigte sich im individuellen Gespräch sehr interessiert, mit mir seine finanzielle Situation und die Perspektiven für die Zukunft herauszuarbeiten.

„Für die Absicherung der existentiellen Risiken müssen wir den Menschen als Ganzes sehen“

Dr. Walter:

Haben Sie das deutliche Interesse zum Anlass genommen, den Bedarf des Berufsstarters sowie seine Ziele und Wünsche näher in den Blick zu nehmen?

Torsten Dahle:

Ich selbst bin zertifiziert für die Private Finanzanalyse nach der DIN-Norm 77230. Zusammen mit Vincent habe ich eine entsprechende Basisanalyse erstellt. Dabei war es wichtig, ganzheitlich vorzugehen: Für die Absicherung der existentiellen Risiken kommt es darauf an, den Menschen als Ganzes zu sehen.

Dr. Walter:

Was waren die Ergebnisse der Finanzanalyse?

Torsten Dahle:

In puncto Grundsicherung ist Vincent schon bei 40 von 100 Punkten angekommen. Zugute kommt ihm hier, dass er bei der Krankheitsvorsorge bereits einen ersten wichtigen Schritt umgesetzt hat.

Dr. Walter:

Ging es bei Ihrer Analyse auch darum, wie der Jung-Ingenieur sich seinen künftigen Lebensstandard vorstellt?

Torsten Dahle:

Solange er noch ledig ist, will er die Welt kennen lernen und schon mal die eine oder andere größere Reise machen. Da hierfür seine knappe Liquidität noch nicht reicht, plant er, von seinem laufenden Gehalt regelmäßig etwas für die Reisekasse zur Seite zu legen. Auch möchte er beginnen, das nötige Eigenkapital für eine Eigentumswohnung anzusparen.

„Wir sprechen mit jedem Kunden über seine Lücken, um die er sich noch nicht kümmern konnte“

Dr. Walter:

Haben Sie auch darüber geredet, was der Berufsstarter tun will, um die noch offenen Themen zum finanziellen Grundbedarf auf die Reihe zu bekommen?

Torsten Dahle:

Ja, wir sprechen mit jedem Kunden über seine Lücken beim Schutz gegen Lebensrisiken, um die er sich noch nicht kümmern konnte. In unserem Beispielsfall ging es erst um die Privathaftung und dann um die Frage, was eigentlich passieren würde, wenn er seine Arbeitskraft schon deutlich vor dem Eintritt ins Rentenalter verlöre.

Dr. Walter:

Wie geht ein Berufseinsteiger, der das Leben noch vor sich hat, mit möglichen Risikothemen um?

Torsten Dahle:

Es wurde rasch deutlich, dass er sich mit Risiken, die das Leben bringt, bis dahin noch nicht tiefergehend beschäftigt hatte. Aber ich erinnere, dass er das Thema konstruktiv aufgenommen hat. Jedenfalls wirkte er durchaus offen und es sprudelten Fragen wie diese aus ihm heraus: Wann und wie soll ich denn anfangen, privat für mein Alter vorzusorgen? Ist das überhaupt alles auf einmal finanzierbar? Und: Wie hilft eigentlich der Staat, das „Kümmern“ um solche Themen steuerlich zu unterstützen?

„Besserverdiener sollten checken, ob sie die beiden Lebensrisiken Arbeitskraftverlust und Altersarmut auf einmal angehen können“

Dr. Walter:

Konnten Sie Ihrem Kunden schließlich Möglichkeiten aufzeigen, fürs Alter zu sparen und zugleich einen sehr günstigen wie auch hochwertigen BU-Schutz zu bekommen?

Torsten Dahle:

Zunächst musste ich ihm auf den Zahn fühlen, um zu sehen, wie kompromissbereit mein neuer Kunde war. Warum? Weil ein Berufsstarter, der in der Ansparphase die staatliche Förderung substanziell nutzen will, später einmal seine Altersrente voll versteuern muss.

Dr. Walter:

Wie hat Ihr Kunde die süßsaure Botschaft aus dem Steuerecke verdaut?

Torsten Dahle:

Er hat nur trocken gesagt: Tja, alles im Leben hat seinen Preis. Im Übrigen muss man dazu wissen: Die Förderung heute im Laufe des Berufslebens ist ja höher als die Steuerabgabe im Rentenleben – das trifft jedenfalls auf über 95% aller Arbeitnehmer zu.

Dr. Walter:

Für Ihren Kunden war es offenbar eine klare Priorität, die steuerliche Förderung in jungen Jahren voll auszureizen. Was haben Sie ihm schließlich empfohlen?

Torsten Dahle:

Besserverdienern rate in einer solchen Situation: Lassen Sie uns checken, ob sich die beiden Lebensrisiken der Altersarmut und des Arbeitskraftverlustes auf einen Schlag vernünftig absichern lassen: Mit einer Rürup-Rente (auch Basisrente genannt) als Hauptvertrag und einer daran gekoppelten BU-Zusatzversicherung.

„Wer die Kombination aus Rürup-Rente und BUZ nutzen will, sollte langfristig mit einem guten Einkommen rechnen können"

Dr. Walter:

Für welche Gruppe von Berufsanfängern ist es sinnvoll, das Sparen für die Altersvorsorge und die Risikoabsicherung nicht zu trennen, sondern dafür ein ganz spezielles Lösungspaket mit zwei Bausteinen zu schnüren?

Torsten Dahle:

Um die Steuervorteile zu generieren, sollte es sich um einen Berufsstarter handeln, der langfristig mit einem guten Einkommen rechnen kann. Unser Kunde aus dem Beispiel hat in der Rolle als wissenschaftlicher Mitarbeiter bereits ein Erwerbseinkommen von netto deutlich über 2000 Euro im Monat. Soweit ich das sehe, dürfte er für die weitere Entwicklung seines Einkommens eine deutlich positive Perspektive haben.

Dr. Walter:

Ist der Ingenieurberuf auch nach dem Corona-Schock noch so krisensicher, dass Ihr Kunde mit wachsendem Einkommen auch die Beiträge für einen deutlich größeren Schutz bezahlen kann?

Torsten Dahle:

Vincent ist Maschinenbau-Ingenieur und ich gehe stark davon aus, dass er vom anstehenden Digitalisierungsschub profitieren wird. Zudem ist er an einem der besonders profilierten deutschen Technologiestandorte tätig. Ich erwarte, dass er in einigen Jahren den dortigen Durchschnitt von um die 80.000 Euro Bruttoeinkommen erreichen bzw. überschreiten wird.

„Der Besserverdiener muss den Rürup-Vertrag bis zum Ende bedienen wollen und können"

Dr. Walter:

Was ist für einen Kunden sonst noch wichtig, damit die Kombination aus Rürup-Basisrente und BU-Zusatzversicherung schließlich von Vorteil ist?

Torsten Dahle:

Erfolgskritisch ist, dass der Besserverdiener den Rürup-Vertrag auch bis zum Ende bedienen will und kann. Dafür ist es hilfreich, wenn er sich im Laufe der Zeit ein ausreichendes finanzielles Polster zulegt. Damit stellt er sicher, dass er auch bei Lebensereignissen wie einem eventuellen Jobwechsel oder einer Scheidung seine Beiträge zuverlässig bezahlen kann.

„Die steuerliche Förderung kann den Beitragsaufwand für den Schutz der Arbeitskraft um zwei Drittel reduzieren"

Dr. Walter:

Können Sie uns am Beispiel-Kunden aufzeigen, wie viel an Beiträgen er sich vom Finanzamt über die gesamte Laufzeit seines Kombi-Vertrags wieder zurückholen kann?

Torsten Dahle:

Mein Kunde wird durch die steuerliche Förderung den Beitragsaufwand für den Schutz der Arbeitskraft über die gesamte Laufzeit um zwei Drittel oder rund 20.000 Euro reduzieren können.

Dr. Walter:

Können Sie den Aufwand für Beiträge auf einen durchschnittlichen Monat herunterbrechen?

Torsten Dahle:

Ja, klar. Nach Abzug der steuerlichen Förderung entspricht das in unserem Beispielsfall einem Aufwand für den BU-Schutz in Höhe von cirka 20 Euro im Monat über rund 40 Jahre (bis zum Alter 67).

Dr. Walter:

Und wieviel Alters-Rente kann unser Beispielkunde dann mit 67 Jahren erwarten?

Torsten Dahle:

Im Rahmen einer fondsgebundenen Vorsorge wird der Beitrag des Kunden für den Sparprozess über die Laufzeit um ein Mehrfaches gesteigert. So werden aus z.B. 60 Euro Sparanteil im Monat bei einer angenommenen Rendite in Höhe von 4% in etwa 190 Euro Monatsrente im Alter.

Dr. Walter:

Ich vermute, das ist erst der Anfang des Vermögensaufbaus. Wann nimmt unser Beispielskunde dann mehr Geld in die Hand, um fürs Alter vorzusorgen?

Torsten Dahle:

In der Tat geht es beim Einstieg ins Berufsleben vor allem darum, den Aufwand für den Schutz gegen Berufsunfähigkeit so niedrig wie möglich zu halten. Ist das erreicht und kann der Kunde später noch mehr sparen, werden in weiteren Gesprächen die Bereiche Absicherung und Vermögensaufbau vertieft.

Dr. Walter:

Welche Möglichkeiten sehen Sie für unseren Jung-Ingenieur, fürs Alter zu sparen?

Torsten Dahle:

Ein Investmentdepot, Immobilien als Kapitalanlage oder ein eigenes Zuhause sind mögliche Bausteine. So begleite ich meine Kunden in ihren verschiedenen Lebenslagen und passe das Konzept immer wieder an die jeweils aktuelle Situation an.

Dr. Walter:

Können Sie uns abschließend sagen, wie sich im Einzelfall die „BU-Kombi“ mit einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung vergleicht?

Torsten Dahle:

Die Kombination aus Rürup-Rente und BU-Zusatzversicherung ist für viele Besserverdiener sinnvoll und finanziell von Interesse. Als Berater sorge ich dafür, dass meine Kunden die beiden Möglichkeiten kennen. Ich spreche mit ihnen die Vor- und Nachteile soweit durch, dass sie sich in der Lage fühlen, die für sie richtige Entscheidung zu treffen.


Fragen und Antworten

Mit Strategie zur Berufsunfähigkeitsversicherung

03. August 2020

von Christian Höffer

Gibt es eine Absicherung über den Staat?

Für nach 1961 Geborene gibt es seit dem Jahr 2001 keine staatliche Absicherung mehr gegen Berufsunfähigkeit. Nur die Erwerbsunfähigkeit oder auch Erwerbsminderung (EU) ist noch abgesichert. Wichtig: Zwischen BU und EU besteht ein großer Unterschied.

Denn eine Berufsunfähigkeit leistet schon, wenn man nur noch zu 50% seinen aktuellen Job machen kann. Man wird nicht auf andere mögliche Berufe verwiesen. Man kann zum Beispiel aus einem Arzt keinen Pförtner machen (keine abstrakte Verweisung).

Bei einer EU ist das aber möglich, hier gilt die abstrakte Verweisung. Eine EU leistet wenn überhaupt erst dann, wenn man in keinem einzigen Beruf weniger als 3 Stunden arbeiten kann (abstrakte Verweisung). Werde ich auf einen anderen Beruf verwiesen, spielt es keine Rolle, ob es überhaupt eine verfügbare Stelle gibt.

Im Ergebnis ist die staatliche EU Rente kaum zu bekommen. Durchschnittliche Erwerbsminderungs Renten betragen nur ca. 731 € pro Monat.
Und: Erst wenn ich 5 Jahre Beiträge in die Sozialkassen gezahlt habe (Rentenversicherung) habe ich einen Anspruch auf eine EU Rente.


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